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Oper „Bianca e Falliero“

Кomponist: Gioachino Rossini

„Bianca e Falliero“ oder „Der Rat der Drei“.
Melodram in zwei Akten
Libretto von Felice Romani nach Antoine-Vincent Arnaults Schauspiel: „Blanche et Montcassin“ oder „Les Vénitiens von 1798“.
Uraufführung: 26.12.1819 in der Mailänder Scala

Eine Stadt strebt die Weltmacht an, sie deckt Verschwörungen von spionierenden Botschaftern auf, besiegt seine Feinde und isoliert sich aus Angst vor Bedrohung. Hinter seinen hohen Mauern unterdrückt der größenwahnsinnige Zwergstaat jegliche Form von Individualität, Gefühlen und Liebe. Das Menschen verachtende System erstarrt. In dieser bedrückenden Atmosphäre spielt das Familiendrama „Bianca e Falliero“, Rossinis letzte, für die Mailänder Scala geschriebene Oper, die zu seinen reizvollen, doch – zu Unrecht – selten gespielten Werken gehört. Der Librettist Felice Romani verbindet eine Spionage – Story mit einer Variante der Geschichte von Romeo und Julia, wobei sich die verfeindeten Familien diesmal in einem langjährigen Erbstreit befinden. Bianca, die Tochter des Senators Contareno, liebt heimlich den General Falliero, doch die politische und finanziellen Interessen ihres Vaters bedrohen ihre Liebe. Bianca wird gnadenlos als Geisel der Familienfehde missbraucht. Falliero, der siegreiche Verteidiger des Staates, kehrt in dem Moment aus dem Krieg zurück, als eine Zwangsehe Biancas mit Capellio geschlossen werden soll. Die Konflikte sind vorprogrammiert, die Zerreißproben Biancas zwischen der Vaterliebe als ursprünglicher Bindung und der versprochenen Hingabe an den Geliebten gaben Rossini Gelegenheit zur Erweiterung seiner vokalen wie orchestralen Ausdrucksmittel. Nicht zuletzt wegen der hohen vokalen Ansprüche konnte sich die Oper zu Lebzeiten des Komponisten nicht durchsetzen. Erst 1986 wurde das Werk wieder entdeckt und offenbarte seine außergewöhnlichen Qualitäten.

Quelle: tiroler-festspiele.at