Reisen zu Alcina

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Alcina

Кomponist: Georg Friedrich Händel

Dramma per musica in drei Akten
Libretto nach Ludovico Ariostos „Orlando furioso“ (1516-21; „Der rasende Roland“)

 

INHALT

Bradamante, die Braut des Ritters Ruggiero, ist auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bräutigam gemeinsam mit ihrem Erzieher Melisso auf eine wilde Insel verschlagen worden, als ihr Schiff kenterte. Es ist die Insel der Zauberin Alcina, die alle, die in ihre Gewalt kommen, verzaubert: im günstigsten Fall in Liebessklaven, sonst in Tiere, Pflanzen oder Felsen. Morgana, die ein wenig kokette Schwester Alcinas, heißt die beiden Verirrten willkommen und verliebt sich auf den ersten Blick in Bradamante, die sich als Mann verkleidet hat. Mit einem Donnerschlag verwandelt sich die wüste Insel in einen blühenden Garten, und Alcina erscheint , umgeben von ihrem Hofstaat, und mit ihrem neuesten Liebhaber: Ruggiero. Sie beauftragt Ruggiero, den Fremden die Insel zu zeigen, und lässt sie allein. Bradamante und Melisso überschütten ihn mit Vorwürfen, doch der verzauberte Ruggiero weiß nur, dass er Alcina liebt, und hält Bradamante in Männerkleidern für ihren Bruder Ricciardo. Schnell eilt er zu Alcina zurück. Der Knabe Oberto erscheint; er ist auf der Suche nach seinem Vater. Melisso vermutet zwar, Alcina habe ihn in ein Tier verwandelt, kann ihm aber nicht helfen. Kaum ist Oberto verschwunden, erscheint – voller Zorn – Oronte, der Feldherr Alcinas; er vermutet – nicht zu Unrecht – Bradamante-Ricciardo habe ihm die Liebe Morganas gestohlen. In ohnmächtiger Wut flüstert er Ruggiero ein, Alcina habe sich in Ricciardo verliebt, sei seiner überdrüssig und werde ihn alsbald in ein Tier verwandeln, wie sie dies mit abgelegten Liebhabern zu tun pflegt. Obwohl Alcina ihm ihre Liebe beteuert, glaubt Ruggiero den Einflüsterungen und wird seinerseits eifersüchtig auf Bradamante-Ricciardo; als sie sich ihm verzweifelt als seine Braut zu erkennen gibt, glaubt er ihr nicht. Morgana, die sich in Bradamante-Ricciardo verliebt hat, kommt, um ihn zu warnen: Alcina sei entschlossen, ihn/sie in ein Tier zu verwandeln, um Ruggieros Eifersucht zu besänftigen. Alcina wirbt noch einmal um Ruggieros verlorene Liebe. Tänze beschließen den Akt.

 

Ruggiero, der Alcina für untreu hält, liebt die Zauberin immer noch. Da tritt Melisso auf, in der Gestalt Atlantes, des alten Erziehers von Ruggiero. Er reicht ihm einen Zauberring. Als Ruggiero ihn überstreift, weicht Alcinas böser Zauber, der Garten verwandelt sich in eine Wüste, und Ruggiero wird vom Gedanken an die verlassene Bradamante überwältigt. Ruggiero und Melisso planen, von der Insel zu fliehen. Bradamante erscheint und gibt sich dem Bräutigam zu erkennen, doch dieser, immer noch verwirrt, hält dies für einen neuen Zaubertrick Alcinas und stößt die Braut von sich. Alcina bereitet sich vor, Bradamante in ein Tier zu verwandeln: im letzten Augenblick erscheint Morgana und hält sie auf, indem sie gesteht, Bradamante-Ricciardo liebe nicht Alcina, sondern sie, Morgana. Auch Ruggiero erscheint und erklärt, er sei von seiner Eifersucht geheilt und seiner Erwählten treu (doch diese sei, so spricht er für sich, nicht länger Alcina). Er bittet um Urlaub, weil er sich ablenken und auf die Jagd gehen will. Oberto erscheint zum zweiten Mal, wird aber von Alcina mit leeren Versprechungen abgewiesen. Da kommt Oronte und enthüllt den Verrat der Fremden jetzt begreift Alcina, dass die Jagd nur ein Vorwand war, um zu den Waffen zu kommen; sie bricht verzweifelt zusammen. Morgana dagegen ist sich der Liebe Bradamante-Ricciardos sicher und verspottet den eifersüchtigen Oronte. Erst als sie Bradamante und Ruggiero zusammen beobachtet und entdeckt, dass Bradamante eine Frau ist, eilt sie zu Alcina und ruft die Schwester zur Rache auf. Ruggiero nimmt Abschied von den Schönheiten der Zauberinsel. Zerrissen von Rachedurst und Liebesschmerz, beschwört Alcina die Geister der Unterwelt, doch sie versagen ihr zum ersten Mal den Dienst: Alcinas echte Liebe zu Ruggiero hat die Zauberkraft zerstört.

 

Orotne hat nun den Spieß umgedreht und zeigt sich der reumütigen Morgana gegenüber störrisch. Ruggiero begegnet Alcina; alsl sie ihn zur Rede stellen will, weist er sie ab. Alcina, nun ganz beleidigte Herrscherin, schwört ihm furchtbare Rache. Melisso, Bradamante und Ruggiero bereiten sich auf den Kampf mit dem Heer und den wilden Tieren Alcinas vor. Ruggieros Schild mit dem Medusenhaupt lässt alle Angriffe abprallen; Oronte muss seiner Herrin melden, dass die Fremden siegen und die Insel zu zerstören drohen. Noch einmal beklagt sie den Verlust ihrer Liebe und der Zauberkraft, als aber Oberto zum dritten Mal erscheint und nach seinem Vater fragt, erwacht ihre Bosheit. Sie hetzt einen Löwen auf den Knaben und befiehlt ihm, die Bestie zu töten. Doch als sich das Tier freundlich nähert, erkennt dieser seinen verzauberten Vater.

 

Als Bradamante und Ruggiero erscheinen, versucht Alcina ein letztes Mal, sie zu betören, sie verspricht sogar, die verzauberten Tiere zu erlösen. Doch umsonst: Ruggiero zerschlägt mit seinem Schwert Alcinas Zauberurne; Alcina, Morgana und Oronte versinken mit ihrem Zauberschloss, den Gärten und den Wäldern; und Tiere, Pflanzen und Felsen verwandeln sich zurück in Menschen, die ihre Freiheit und ihre Befreier mit Chören und Tänzen begrüßen und feiern.